Donnerstag, 17.05.2012
EU-Milchbauern protestieren gegen Schweizer Butterexporte
Schweizer Butterexporte sorgen bei deutschen Landwirten für rote Köpfe. Diese würden zu Druck auf die Erzeugerpreise führen. Gemeinsam mit Schweizer Landwirten machten sie ihrem Unmut auf der Straße Luft. Gefordert werden ein Ende der Überschuss-Produktion und eine Mengensteuerung in Produzentenhand.
Milchbauern protestieren gegen die Schweizer Butterexporte. © LID
»In der EU und in Deutschland wird die Schweizer-Butter nicht gebraucht«, steht auf einem Plakat geschrieben. Und ein anderes Transparent lautet: »Kein Butterexport-Dumping«. Bauern schieben Schubkarren voller Butter über die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz.
Organisiert hatte die Protestkundgebung, die an der Zollstation Riehen-Lörrach stattfand, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und European Milkboard in Zusammenarbeit mit den Schweizer Organisationen Uniterre und Big-M.
Hintergrund der Aktion: Die Schweizer Milchbranche exportiert derzeit tausende Tonnen überschüssiger Butter, um die vollen Lager abzubauen. Aufgrund des hohen Schweizer Preisniveaus ist eine Ausfuhr indes nur möglich, wenn die Butter künstlich verbilligt wird. Dies geschieht mithilfe eines Fonds, der mit Abgaben der Bauern gespeist wird, die sie auf jeden Liter Milch zahlen müssen. An der Schweizer Exportpraxis haben die deutschen Bauern wenig Freude. Sie befürchten Verzerrungen auf den Märkten und weiteren Druck auf die Erzeugerpreise.
Ulrike Minkner, Vizepräsidentin von Uniterre, betonte, dass unter den Butterbergen auch die Schweizer Bauern zu leiden haben. So würden diese zu tieferen Milchpreisen führen, wovon einzig die Verarbeiter profitieren würden.
Die Bauern fordern deshalb ein Ende der Überschuss-Produktion, die gegenwärtig über 200 Mio. Liter Milch betrage. Die Milchmenge müsse künftig der Nachfrage angepasst werden. Erreichen will man dies mit einem Mengenregulierungssystem in Erzeugerhand. Die Segmentierung in A-, B- und C-Milch soll aufgegeben werden. Diese sei ein Mittel der Verarbeiter, um die Preise zu drücken.
Der Protest der EU-Bauern hat noch einen weiteren Grund: 2015 will die EU die Milch-Kontingente abschaffen. Besorgt schauen die Bauern deshalb auf die Schweiz, wo die Milchquoten bereits 2009 aufgegeben wurden. Für Franz Schweizer vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter ist klar: Das Beispiel Schweiz zeige, dass eine Liberalisierung des Milchmarktes nicht funktioniere. © LID
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